DAAB Urtikaria

Was ist Urtikaria

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Behandlungsformen

Das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen richtet sich nach der
vorliegenden Form der chronischen Urtikaria.

Das Ziel der Behandlung ist die Heilung durch die Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache. Zum Beispiel sollte bei einer Infekt-Urtikaria der Infekt beseitigt werden und bei einer Intoleranz-Urtikaria sollten die auslösenden Stoffe identifiziert und gemieden werden.

Die Therapie umfasst folgende Punkte:

  • Vermeidung der Auslöser
  • Elimination von Krankheitserregern (Eradikation)
  • Gewöhnungstherapie (Toleranzentwicklung)
  • Medikamentöse Behandlung

Das Vermeiden der Auslöser steht an erster Stelle der Behandlung einer Nesselsucht. In Zusammenarbeit mit dem Arzt können hierzu Strategien entwickelt werden. Die medikamentöse Behandlung von Krankheitserregern, wie Helicobakter pylori oder Entzündungsherden muss gewissenhaft und mit Nachkontrollen stattfinden.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Gewöhnungstherapie oder Toleranzentwicklung kann bei den physikalischen Urtikarien angewendet werden. Der Körper wird  immer wieder mit dem Auslöser z.B. Kälte bei Kälteurtikaria konfrontiert – und zwar in ansteigender Dosis, damit er lernt diesen Auslöser zu tolerieren.  Die Toleranzinduktion ist speziell für die physikalischen Urtikariaformen geeignet und wird in speziellen Urtikariazentren durchgeführt. Je nach Auslöser sind die Heilungschancen relativ gut. Eine solche Behandlung sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt durch. Er wird Sie darüber aufklären, ob die Behandlungsmöglichkeit für Sie geeignet ist.

Medikamentöse Behandlung

Antihistaminika das Mittel der Wahl

Wenn keine Ursache gefunden wird, bleibt nur die symptomatische Behandlung durch entsprechende Medikamente. Das gängigste Arzneimittel ist ein Antihistaminikum, das standardmäßig einmal täglich eingenommen wird. Nur bei jeder zweiten Nesselsucht zeigt diese Standardtherapie allerdings Wirkung. Häufig kann der Juckreiz nur mäßig oder gar nicht gelindert werden und die Quaddeln sowie Schwellungen bleiben bestehen. Auch eine höhere Dosierung (bis zur 4-fach Menge) der Medikamente, wie es in der Urtikaria-Leitlinie empfohlen wird, führt nicht immer zur gewünschten Besserung, jedoch oft zu steigender Müdigkeit und sinkender Reaktionsfähigkeit.

Innovation in der Urtikaria-Behandlung

Kein Wunder, dass Menschen, bei denen die Beschwerden über Monate oder Jahre hinweg auftreten, sich ihrer Erkrankung oft hilflos ausgeliefert fühlen. Die Forschung läuft daher auf Hochtouren und sucht nach neuen Behandlungsansätzen. Es gibt für Patienten, bei denen bisherige Therapien nicht ausreichend erfolgreich waren, nun eine weitere, neue Behandlungsmöglichkeit, die der Hautarzt den Patienten in regelmäßigen Intervallen verabreicht. Bestehen nach ein bis vier Wochen trotz erhöhter Gabe der Antihistaminika weiterhin Beschwerden, wird aktuell zusätzlich der Wirkstoff Omalizumab empfohlen, der inzwischen für die Behandlung der therapierefraktären (nicht ansprechend auf eine andere Therapie) chronisch spontanen Urtikaria (csU) zugelassen ist. Omalizumab ist ein Wirkstoff, der im Körper den Antikörper Immunoglobulin E (IgE) bindet. Es unterdrückt die durch Histaminausgelösten Hautreaktionen, wahrscheinlich durch die Senkung der freien IgE-Konzentration im Körper und die dadurch bedingten Effekte auf die zellulären Aktivierungsmechanismen. Omalizumab steht Patienten ab zwölf Jahren mit chronisch spontaner Urtikaria zur Verfügung, die nicht auf die aktuelle Standardtherapie mit Antihistaminika ansprechen.

Bei besonders starken Schüben und schweren Verläufen, stehen zusätzlich Kortikoide und  Immunsuppressiva zur Verfügung.

 Beim Auftreten von Schleimhautschwellungen mit Schluckbeschwerden und Atemnot, wird das ständige Mitführen eines Notfallsets empfohlen, mit dem sich schwere Urtikariaschübe kontrollieren lassen. Das Notfallset sollte aus einem schnell wirksamen Adrenalin-Autoinjektor, einem Kortisonpräparat sowie einem Antihistaminikum und eventuell einem Asthmaspray bestehen.